Nachhaltigkeit im Betrieb der UZH

Im Jahr 2016 hatte die UZH ca. 25’500 Studierende und ca. 8’900 Mitarbeitende. Insgesamt ist die UZH in ca. 200 Gebäuden mit rund 22’000 Räumen untergebracht. Anhand dieser Dimensionen wird schnell deutlich, dass ein schonender Umgang mit Energie und anderen Ressourcen für Heizung, Mobilität, Verpflegung, Beleuchtung, Papiergebrauch, Computernutzung und weitere Aktivitäten geboten ist.

Wir unterstützen und koordinieren Nachhaltigkeitsprojekte im operationellen Betrieb der UZH, um gemeinsam mit den Mitarbeitenden und Studierenden der UZH den Campus und den Betrieb der UZH Schritt für Schritt nachhaltiger zu gestalten.

Energie

Die UZH hat sich ein Energieleitbild gesetzt. Eine der darin definierten Rahmenbedingungen ist die kontinuierliche Reduktion der Umweltbelastung durch Ressourceneinsparung und Energieeffizienz (Absatz 2.1. Energieleitbild UZH).

Im Jahr 2013 wurden an der UZH rund 47'570 MWh in Form von Wärme und knapp 61'500 MWh in Form von elektrischem Strom verbraucht. Dies entspricht dem Wärmeverbrauch von 3'152 durchschnittlichen Schweizer Haushalten beziehungsweise dem Stromverbrauch von 11'782 durchschnittlichen Schweizer Haushalten. Damit gehört die UZH zu den 20 grössten Energieverbrauchern in der Stadt Zürich. Seit 2007 verpflichtet sich die UZH im Rahmen des Energiegesetzes des Kantons Zürich zu einer jährlichen Reduktion des Energieverbrauchs (pro Quadratmeter beheizte Fläche für Wärme und pro Person für Elektrizität) um 2%.

PV Anlage auf dem Diagnostikzentrum des Tierspitals, Bild: Sven Alberding
PV Anlage auf dem Diagnostikzentrum des Tierspitals, Bild: Sven Alberding

Seit 1990 wird auf einigen Dächern der UZH Solarstrom produziert. Die Photovoltaik-Anlage von 1990 auf der Sportstätte Fluntern wurde 2014 ersetzt und auf dem Diagnostikzentrum des Tierspitals wurde 2015 eine weitere Anlage in Betrieb genommen. Die beiden Anlagen haben einen zu erwartenden Gesamtertrag von rund 44'000 kWh/Jahr. Dies entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von acht durchschnittlichen Schweizer Haushalten. Weitere Anlagen sind in Planung.

Darüber hinaus hat sich die UZH im Rahmen der Solarstrombörse des EWZ entschieden, Dachflächen für Photovoltaik-Anlagen auf dem Campus Irchel gratis zur Verfügung zu stellen. Die drei dort installierten und extern betriebenen Anlagen hatten 2014 einen Gesamtertrag von rund 128’600 kWh, dies entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von rund 25 durchschnittlichen Schweizer Haushalten. 

Die Werte für den jährlichen Strom- bzw. Wärmeverbrauch eines durchschnittlichen Schweizer Haushalts basieren auf den Daten der Schweizerischen Elektrizitätsstatistik 2014 (Daten von 2013) sowie der Schweizerischen Gesamtenergiestatistik 2013.

Mobilität

Die Wahl des Verkehrsmittels, mit dem Studierende und Mitarbeitende zur Universität pendeln beeinflusst den Energieverbrauch und CO2-Ausstoss, den die Universität verursacht. Daher werden Studierende und Mitarbeitende der UZH im Energieleitbild dazu angehalten, für das tägliche Pendeln öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. 

Energieleitbild UZH

Dienstreisen

Internationale Konferenzen und Meetings für internationale Projekte tragen erheblich zu den CO2-Emissionen des Wissenschaftsbetriebs bei. Daher verlangt das Energie-leitbild, dass für geschäftliche Reisen unter 600 km in erster Linie die Bahn genutzt werden soll. 

Doch wieviel Treibhausgasemissionen werden bei einer Reise per Bahn, Auto oder Flugzeug verursacht, und wie verhält sich ein virtuelles Meeting im Vergleich dazu? Und wie unterschieden sich die Verkehrsmittel im Netto-Zeitaufwand, wenn man Vorbereitungszeit und produktiv nutzbare Reisezeit berücksichtigt? Diese Fragen beantwortet das Nachhaltigkeitsteam im "Factsheet Dienstreisen" und stellt so in prägnanter Form die Umweltbelastungen dar, die mit verschiedenen Handlungs-optionen im Uni-Alltag verbunden sind.

Factsheet Dienstreisen (PDF, 416 KB)

Fahrzeugflotte

Elektroauto der Hauptabteilung Infrastruktur, Bild: René Tiefenauer
Elektroauto der Hauptabteilung Infrastruktur, Bild: René Tiefenauer

Seit Juni 2016 werden bei Ersatzanschaffungen für die Fahrzeugflotte der Hauptabteilung Infrastruktur der UZH ausschliesslich Elektroautos oder Plug-in-Hybrid-Autos anstelle von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor beschafft. Ausnahmen gibt es für Spezialfahrzeuge. 

Beschaffungskriterien für Fahrzeuge der UZH Hauptabteilung Infrastruktur (PDF, 82 KB)

Ernährung

Lebensmittel unterscheiden sich erheblich bezüglich Umweltauswirkungen und sozialen Aspekten während Produktion, Transport und Verarbeitung.

Mensabetriebe

Verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit werden bei den Verpflegungseinrichtungen an der UZH, die zusammen täglich zwischen 7'900 und 9’100 Menüs verkaufen (Zahlen von 2013), bereits berücksichtigt:

  • Die Mensen und Cafeterien bieten folgende Fair Trade (Max Havelaar) zertifizierte Produkte an: Kaffee, Zucker, Bananen, Fruchtsäfte und Orangensaft.
  • Wo möglich werden regionale Lieferanten präferiert, was kürzere Transportwege bedeutet. So stammen Schweine-, Rind- und Kalbsfleisch sowie Poulet aus der Schweiz.
  • Mensagerichte werden mit Symbolen versehen, die für gesundheitsrelevante Werte wie ihren Frucht- und Gemüseanteil, ihren Fettgehalt stehen.
  • Seit 2015 gibt es an der UZH eine rein vegetarische Mensa.

Nachhaltiges Catering

An der UZH finden regelmässig Apéros statt. Damit es für die Veranstalterin/ den Veranstalter einfach ist, diese nachhaltig zu gestalten, hat die UZH gemeinsam mit der ETH Zürich einen Leitfaden zu nachhaltigem Catering erstellt. Dieser wurde von der Universitätsleitung angenommen.

Den Fragebogen im Anhang zum Leitfaden können Sie Catering-Anbietern zusenden, um die Angebote in Bezug auf Nachhaltigkeit zu vergleichen. Das Nachhaltigkeitsteam sammelt die Rückmeldungen der Anbieter und sendet Ihnen gerne bereits ausgefüllte Fragebögen zu. Bitte senden Sie neue Rückmeldungen zum Fragebogen zum Zwecke der Archivierung an info@sustainability.uzh.ch.

Food Waste

Da global rund ein Drittel aller produzierter Lebensmittel im Müll landet, untersuchte eine Studentin der UZH in ihrer Masterarbeit, wie hoch der Lebensmittelabfall durch Tellerreste an einem Standort der UZH-Mensen ist. Dieser lag bei rund 23 g pro Teller. Mögliche Gründe hierfür analysierte sie ebenso wie die damit verbundenen Umweltbelastungen und Möglichkeiten zur Reduktion der Essensabfälle. Durch geeignete Massnahmen könnten nach ihren Berechnungen mindestens 3,4 t Lebensmittel pro Jahr an diesem Standort der UZH-Mensa eingespart werden.

Nachhaltige Geldanlagen

Im März 2017 hat die Universitätsleitung die Handlungsempfehlung Nachhaltige Geldanlagen genehmigt. Die Handlungsempfehlung richtet sich an Personen, welche die Universität Zürich in Stiftungs- oder Verwaltungsräten vertreten. Diese haben den Auftrag, die Diskussion über die Berücksichtigung von Werten bei Investitionen anzustossen, sofern sie noch nicht geführt wird. Widersprechen die Aktivitäten eines Unternehmens den Werten der UZH, rät die Handlungsempfehlung, dass die UZH Vertreterin/der UZH Vertreter in ihrem/seinem Gremium entweder die Einflussnahme auf das Unternehmen vorschlägt oder eine Diskussion über den Verkauf der Anteile an dem entsprechenden Unternehmen anregt. So soll langfristig sichergestellt werden, dass die durch oder für die UZH getätigten Investitionen mit den Werten der UZH im Einklang stehen.

Die in der Handlungsempfehlung genannten Werte der UZH sind:

  • Wahrung der Menschenrechte,
  • Erhaltung der Lebensgrundlagen (inklusive Vermeidung von Investitionen in fossile Energieträger),
  • Einhaltung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation,
  • Vermeidung von Investitionen in international geächtete Rüstungsgüter, sowie
  • Vermeidung von toxischen Finanzprodukten.

Handlungsempfehlung Nachhhaltige Geldanlagen (PDF, 164 KB)