Einführung

Die Universität Zürich

Die Universität Zürich (UZH) ist mit über 25 000 Studierenden und rund 9000 Mitarbeitenden die grösste Universität der Schweiz. Sie wurde 1833 als erste Universität in Europa von einem demokratischen Staatswesen gegründet und zählt heute zu den renommiertesten Universitäten im europäischen Raum. Als Volluniversität verfügt die UZH über sieben Fakultäten: die Theologische, die Rechtswissenschaftliche, die Wirtschaftswissenschaftliche, die Medizinische, die Vetsuisse-, die Philosophische und die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät. Das Lehrangebot der UZH umfasst vielfältige Studienmöglichkeiten auf Bachelor-, Master- und Doktoratsstufe sowie ein breit gefächertes Weiterbildungsportfolio. Als Mitglied der League of European Research Universities (LERU) gehört die UZH zum Kreis der führenden europäischen Forschungsuniversitäten.

Die Universität Zürich im Portrait

Nachhaltigkeit an der Universität Zürich

SDG 12: Veantwortungsvoller Konsum und Produktion

Eine nachhaltige Entwicklung hat das Wohlergehen aller Menschen, heute und in Zukunft, zum Ziel. Grundlagen dieses Wohlergehens sind die Bewahrung der lebenserhaltenden natürlichen Systeme der Erde, die Einhaltung der Menschenrechte sowie soziale Gerechtigkeit innerhalb und zwischen den Ländern der Erde. Dieser Bericht orientiert sich an diesem generellen Verständnis von nachhaltiger Entwicklung sowie an den Zielen für nachhaltige Entwicklung (engl. Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen, die 2015 verabschiedet wurden. Wenn in diesem Dokument von Aktivitäten berichtet wird, die einen direkten Bezug zu einem der SDGs aufweisen, dann wird dies durch das jeweilige SDG-Symbol angezeigt und das Ziel bzw. Unterziel genannt.

UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung

Abbildung: Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)
Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)1

Als gesellschaftliche Orte freier und öffentlicher Wissenschaft stehen Universitäten in der Verantwortung, einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Die UZH ist sich dieser Verantwortung bewusst und nimmt sie auf mehreren Ebenen wahr: durch die Erarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen in Forschung und Lehre, durch den Austausch mit der Öffentlichkeit sowie durch vorbildliches Handeln in der eigenen Verwaltung und im operativen Betrieb.

Das Leitbild der UZH hält als Grundsatz fest, dass «die UZH […] Nachhaltigkeit in wissenschaftlicher Arbeit und betrieblicher Umsetzung als institutionelle Aufgabe» versteht. Es stellt der Freiheit von Forschung und Lehre die Pflicht zu verantwortlicher Wissenschaft an die Seite: «Zu verantwortlicher Wissenschaft gehört die ethische Reflexion ihrer Mittel und Folgen für Mensch, Tier und Umwelt». Darüber hinaus wird Nachhaltigkeit in den sich in Arbeit befindenden «Strategischen Grundsätzen» der UZH adressiert. Die UZH Sustainability Policy wurde parallel zum vorliegenden Bericht entwickelt und Anfang 2019 von der Erweiterten Universitätsleitung verabschiedet. Darin bekennt sich die UZH zu ihrer Verantwortung, sich auf zwei Ebenen für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen: zum einen durch die Inhalte ihrer Forschung und Lehre, zum anderen durch vorbildliches und langfristig orientiertes Handeln in allen Bereichen. Basierend auf den Ergebnissen des Berichts, werden parallel Umsetzungsstrategien zur Sustainability Policy erarbeitet. In Zukunft soll der Nachhaltigkeitsbericht alle zwei Jahre über Fortschritte in der Umsetzung informieren.

Leitbild der UZH   Sustainability Policy

Abbildung: Funktionen mit Bezug zur Nachhaltigkeit im Organigramm
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Funktionen mit Bezug zur Nachhaltigkeit im Organigramm

Seit Herbst 2014 gibt es an der UZH die Funktion des/der Delegierten für Nachhaltigkeit, die von einer Professorin bzw. einem Professor im Nebenamt ausgeübt wird. Der Aufgabenbereich umfasst die Umsetzung und Unterstützung von Projekten in Lehre, Forschung und operationellem Betrieb zur Sensibilisierung und Förderung eines nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen, die Vernetzung und Kommunikation bestehender Initiativen, die Beratung universitärer Stellen sowie die Vertretung der UZH in nationalen und internationalen Gremien, Projekten und an Tagungen. Bis August 2018 war das Dossier Nachhaltigkeit dem Rektor zugeordnet, nach einer Reorganisation der Universitätsleitung ist es seit August 2018 bei der Vize-Rektorin angesiedelt. Der Nachhaltigkeitsdelegierte wird durch ein Team unterstützt, das im Berichtsjahr 1,6 Vollzeitäquivalente (VZÄ) umfasste (ohne den Delegierten selbst).

 Nachhaltigkeit an der UZH

Die UZH Kommission für Nachhaltigkeit – eine Kommission der Erweiterten Universitätsleitung – unterstützt den Delegierten für Nachhaltigkeit bei seinen Aufgaben. In der Kommission sind alle Fakultäten, die Stände (Privatdozierende, Mittelbau, Studierende) sowie das administrativ-technische Personal und die Zentralen Dienste vertreten. 

UZH Kommission für Nachhaltigkeit

Mehrere Organisationseinheiten und Gremien sind für die Koordination und strategische Planung spezieller nachhaltigkeitsrelevanter Themen verantwortlich. So liegt beispielsweise der Energieeinkauf bei der Abteilung Planungsund baubegleitendes Facility Management; die Abteilung Gleichstellung und Diversität ist für Chancengleichheit, die Abteilung Sicherheit und Umwelt für die konzeptionelle Umsetzung von Umweltschutzrichtlinien und diesbezügliche Beratung zuständig.

An der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät (MNF) gibt es eine Arbeitsgruppe zu Nachhaltigkeit, das MNF Sustainability Committee, die Nachhaltigkeit speziell an der MNF fördert. 

MNF Sustainability Committee

Im Verband der Studierenden der Universität Zürich (VSUZH) setzt sich die Nachhaltigkeitskommission des VSUZH für die entsprechenden Anliegen ein. Zudem engagieren sich zahlreiche Studierendenvereine an der UZH ehrenamtlich für Nachhaltigkeitsthemen. 

Nachhaltigkeitskommission VSUZH

Zu Studierendenvereinen siehe Studierendenengagement

Wesentlichkeitsanalyse

Zur Identifikation der wichtigsten Aspekte und Ziele für die Nachhaltigkeitsberichterstattung und die Arbeit des Nachhaltigkeitsteams wurde 2018 eine Wesentlichkeitsanalyse (nach dem Standard der Global Reporting Initiative, GRI) durchgeführt. Hierfür wurden mögliche Beiträge und Handlungsfelder der UZH in Bezug auf nachhaltige Entwicklung identifiziert und 38 interne und externe Stakeholder zu ihren Erwartungen an die UZH in Bezug auf nachhaltige Entwicklung in strukturierten Interviews befragt. Die Stakeholder wurden auf Basis eines Benchmarks von Berichtsstandards und Nachhaltigkeitsberichten anderer Hochschulen sowie in Abstimmung mit der Universitätsleitung und der UZH Kommission für Nachhaltigkeit identifiziert. Dabei bewerteten die Stakeholder unter anderem anhand eines Fragebogens jeweils 34 Handlungsfelder danach, ob die UZH in diesen Feldern einen Einfluss auf nachhaltige Entwicklung hat und auch wahrnehmen soll.

Die Ergebnisse (siehe Abbildung) zeigen ein recht homogenes Bild. Alle Aspekte wurden als wesentlich erachtet, und es bestehen kaum Unterschiede zwischen den Einschätzungen der internen und der externen Stakeholder. Danach kann die UZH in den Bereichen Forschung und Lehre den grössten Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten. Ein schonender Umgang mit Umwelt und Ressourcen sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Mitarbeitenden und Studierenden werden als Verpflichtung gesehen. Hier erwarten die Stakeholder, dass die UZH – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – kontinuierlich Verbesserungsmassnahmen ergreift. Die an der Universität gewonnenen Erkenntnisse sollen aktiv in die Gesellschaft getragen und der Austausch mit der Öffentlichkeit soll intensiviert werden, um die Sichtbarkeit und Wirkung der eigenen Arbeit zu erhöhen und den Beitrag der UZH zum Allgemeinwohl aufzuzeigen. Der Nachhaltigkeitsbericht orientiert sich an den Ergebnissen dieser Analyse. 

Abbildung: Wesentlichkeitsmatrix
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Wesentlichkeitsmatrix

 

1 Darstellung basiert auf: eda / 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung