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Biodiversität auf den Arealen der UZH

Die UZH hat sich in der Umsetzungsstrategie 2030 zur Sustainability Policy das Ziel gesetzt, ihre Areale nach den Kriterien einer hohen und standortgerechten Biodiversität zu pflegen. Hierfür hat die Universitätsleitung die «Richtlinie Biodiversität auf Arealen der UZH» verabschiedet. Ihr primäres Ziel ist die Förderung der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren und der Schutz von Ökosystemfunktionen und -prozessen auf den von der UZH genutzten Arealen. Sie legt allgemeine Leitlinien fest, die sowohl für die Pflege durch UZH-Mitarbeitende als auch durch beauftragte Dritte gelten. Wichtige Themen sind dabei die Aufwertung von Rasenflächen, die Verwendung von eigenem Kompost als Düngemittel, Dachbegrünungen sowie der Bau von Unterschlüpfen und Nisthilfen.
Richtlinie Biodiversität auf Arealen der UZH (PDF, 176 KB)

Aktuelle Informationen zur Biodiversität auf den Arealen der UZH sowie ein Highlight dazu aus dem Berichtszeitraum 2023/2024  finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht.
Nachhaltigkeitsbericht

Monitoring

Eine 2023 gegründete Arbeitsgruppe an der UZH aus administrativ-technischem Personal, Forschenden, Lehrenden des Studiengangs Biodiversität und auch ehemaligen Universitätsangehörigen hat sich zum Ziel gesetzt, die bisher durch verschiedene Stellen und Personen erhobenen Biodiversitätsdaten zusammenzubringen und zu harmonisieren. Der Schwerpunkt liegt hierbei derzeit auf dem Irchelpark.

Kontakt

Linde Warland
E-Mail schreiben an Linde Warland

Irchelpark

Der Irchelpark der UZH ist ein naturnaher Landschaftspark, der insbesondere einheimische Pflanzen- und Tierarten beherbergt und im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als herausragende Parkanlage von nationaler Bedeutung geführt wird. Erhalt und Verbesserung der Biodiversität sind wichtige Bestandteile der Pflege und Weiterentwicklung des Irchelparks in Abstimmung mit Grün Stadt Zürich. Dies beinhaltet unter anderem:

  • Analyse und Pflege: Die vorhandenen Arten in einem Lebensraum werden analysiert und daraus gezielte Pflegemassnahmen definiert.
  • Förderung von Klein- und Grossstrukturen: Um Reptilien und anderen spezialisierten Tierarten Lebensräume zu bieten werden Ast- und Steinhaufen, Sandlinsen, Trockenmauern und Wurzelstöcke angelegt.
  • Aufwertung von Wildhecken: Durch die gezielte Förderung von Dornsträuchern wird eine hohe Artenvielfalt innerhalb der Hecken geschaffen.
  • Förderung von Ruderalflächen und Halbtrockenrasen: Artenarme Wiesenflächen werden durch Mahdgutübertragung, gezielte Pflegeschnitte und den Einsatz spezieller Pflanzenarten in artenreiche Blumenwiesen umgewandelt. Durch gezielte Massnahmen werden Ruderalflächen erhalten und gefördert.
  • Erhalt von Altgrasstreifen: Über den Winter werden Altgrasstreifen stehen gelassen, um Rückzugsorte für Insekten und Kleintiere zu schaffen.
  • Pflege von Weich- und Hartholzauen: Durch gezielte Pflegeschnitte und gestaffelte Schnittmassnahmen am Uferschilf werden Bruträume für Ufervögel gefördert und geschützt.

UZH News: Wo Grasfrosch und Gefranster Enzian zuhause sind

Im Rahmen des Gebietsmanagements Irchel wurde in einer ökologischen Bestandsaufnahme zusammen mit den städtischen Behörden der Grad der Biodiversität am Campus Irchel bestimmt. Diese ergab, dass der Campus einen hohen ökologischen Wert hat. Um diesen auch trotz grösserer Bautätigkeiten erhalten zu können, müssen für jedes Neubauprojekt ökologische Ersatzmassnahmen geplant werden. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit externen Expert*innen und Planer*innen sowie Grün Stadt Zürich. Eine Überprüfung des Biodiversitätsgrads wird bei jeder grossen Baumassnahme sowie regelmässig alle fünf Jahre in einer Gesamtbilanz durchgeführt.

Der Irchel Nature Trail informiert Parkbesuchende auf 20 Wissenstafeln zur Biodiversität im Irchelpark.
Irchel Nature Trail

Seit 2024 gibt es am Campus Irchel das Projekt Green4Clim, das den Campus als Reallabor nutzt und die Effekte des Vegetationsmanagements auf die CO2-Sequestrierung und den Energieverbrauch von Gebäuden erforschen möchte.
mehr zum Projekt Green4Clim und weiteren Projekten, die die UZH als Reallabor nutzen

Der Botanische Garten

Der Botanische Garten beherbergt auf seinen 71 000 Quadratmetern (56 000 Quadratmeter Neuer Botanischer Garten im Seefeld und 15 000 Quadratmeter Alter Botanischer Garten in der Innenstadt) über 7 000 verschiedene Pflanzenarten aus verschiedenen geographischen Regionen. Besuchende können sich über Informationstafeln oder auch in Kursen und Führungen zu Biodiversität informieren. Der Garten wird möglichst naturnah gepflegt, beispielsweise durch den Einsatz von Nützlingen anstelle von Pestiziden und durch den Bau von Korridoren für Tiere. Die Gärtnerei des Botanischen Gartens hat 2022 ein Biodiversitätskonzept erarbeitet; die Richtlinie Biodiversität auf Arealen der UZH (Download siehe oben auf dieser Seite) findet zusätzlich Anwendung. Am Botanischen Garten werden verschiedene biodiversitätsfördernde Massnahmen umgesetzt. Dazu gehören beispielsweise:

  • die Vermehrung gefährdeter Pflanzen zur Erhaltung von Wildpopulationen (in Zusammenarbeit mit dem Kanton),
  • der Schutz bedrohter Pflanzenarten und die Stärkung ihrer Bestände, z. B. von Apium repens (kriechender Sellerie) und Typha minima (Zwerg-Rohrkolben),
  • die Schaffung von Unterschlüpfen für Reptilien und Amphibien (Totholzhecken, Trockensteinmauern) sowie von Fledermauskästen,
  • die Schaffung eines Wildbienen-Biotops bestehend aus einer offenen, sandigen Fläche für Bodenbrüter, Totholz-Stämmen für andere Bienenarten und Futterpflanzen sowie
  • das Stehenlassen von einem mind. 3 Meter hohen Stammstück, falls ein Baum gefällt werden muss, damit sich Tiere dort einnisten können.

Botanischer Garten